Konzerte

12.3.2016, 19.30

Devi's Bar, Zürich Wiedikon, 19.30

13.5.2016

Haus der Musik, Rapperswil SG

Hol dir jetzt das neue Album Göschene Airolo!

Die Neuzeit kennt wenige Beispiele von Alben, deren roter Faden sich nicht in erster Linie an der Genre-Kohärenz ablesen lässt. Der neuste Wurf der Zürcher Rockband Dyonikal “Göschene Airolo” scheint aber just eines dieser Werke zu sein: Schon der Opener “Stiller” schickt einen von Jimi Hendrix zu Autoren-Kino zu Rage Against The Machine und wieder zurück. Darauf folgt die Power-Ballade “En tote Fisch”, die sowohl zart beginnt als auch zart endet, dazwischen hingegen wird der Hörer auf eine dramatische Achterbahn geschickt, nach der man sich gerne beim nonchalanten “Abigrot” wieder ein bisschen erholt. Aber genau nur bis zum folgenden “Mister Detektiv”, dem (Schweizer) Musik gewordenen film noir, auf den mit “Herr Dämon” eine groovende Trinkerbeichte folgt, die trotz ultracooler Instrumentierung mit einer Aufrichtigkeit daherkommt, die man milde ausgedrückt schwer verdaulich nennen muss.

Auf “Göschene Airolo” wird das Tempo musikalisch wie auch lyrisch scheinbar beliebig erhöht und wieder gedrosselt, mit Stilrichtungen kokettiert und mit Referenzen gespielt. Anspruchslos ist das keineswegs, aber anstrengend ist es trotz aller Vielfalt nie. Weil alles sehr authentisch daherkommt. Weil die Balance zwischen Tiefgang und Leichtfüssigkeit stimmt. Und weil man unweigerlich das Gefühl von ehrlicher musikalischer Swissness hat, das lange gefehlt hat.

Wenn das mal kein roter Faden ist …

Videos

Neue Single: Gib emal Gas

Interview bei Radio BeO

Band

Lukas Bünger
Gesang und Tasteninstrumente
Thomas Jud
Gitarre
Philip Garrod
Bass
Jonas Frölicher
Schlagzeug

Die Zürcher Rockband Dyonikal hat inzwischen schon so einige Phasen auf dem Buckel: Im Jahr 2002 gegeründet, war sie zu Beginn vor allem gern gesehener Gast auf Kanti-Partys und willkommener Funk/Rock-Farbtupfer in der damals allgegenwärtigen Ska/Punk-Suppe. Doch bald sprach man auch in der Retro-Szene von den energetischen, Jam-betonten Livesets und so folgten publikumswirksamere Auftritte in der Alten Kaserne oder dem Zürifäscht. 2008 veröffentlichten Dyonikal ihr Debüt-Album “Different Like All The Others”, gefolgt von einer berühmt-berüchtigten Plattentaufe im Mascotte sowie einigen wenigen, aber nochmals prestigeträchtigeren Konzerten (z.B. Sternenbühne).

Trotz allem Aufwind, die altbewährten Formeln zeigten erste Abnutzungserscheinungen und 2009 war die Auflösung von Dyonikal beschlossene Sache. Nach einer dreijährigen Schaffenspause wagten alle ehemaligen Mitglieder jedoch den Reboot mit einer kleinen, aber folgenschweren Entscheidung: Dyonikal sollte eine Zürcher Mundart-Band werden. Beflügelt von den neuen Möglichkeiten, die einerseits dieser Entscheid und andrerseits die Gelassenheit der Erfahrung mit sich brachten, erarbeiteten sich Dyonikal ein komplett neues Format. Das Resultat erscheint am 25. September 2015 und heisst “Göschene Airolo”. Und wenn die Live-Gigs nur halbwegs halten, was dieses grossartige, eigenständige Album verspricht, steht uns nichts weniger als DIE neue Mundart-Hoffnung ins Haus.